Moviebreak Interviews und Festivals

Moviebreak Interviews und Festivals

Transkript

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00:00:01:

00:00:20: Hallo und herzlich Willkommen zum Movie Break Podcast.

00:00:23: Heute von Tag... Fünf?

00:00:25: Sechs?

00:00:26: Tag sechs!

00:00:26: Tag sechs, von den Kannen Filmfest-Spielen.

00:00:30: Hier ist Patrick und neben mir sind in Trauterrunde Lieder.

00:00:34: Ja, wir haben allmählich fast halbzeit erreicht.

00:00:39: Gestern war der begehrtes Slot hier des Festivals das ist immer traditionell der Samstagabend und er wurde für James Grace neuen Film reserviert einfach weil da eben auch ein gewisses Star-Aufgebot sich angeschickt hat Wobei hier jetzt schon wieder also darüber diskutiert wurde, dass Scarlett Johansson nicht da ist.

00:00:59: Aber ja das überlassen wir anderen Podcast denke ich euch generell.

00:01:03: wie geht's euch?

00:01:04: Ja also gestern war so ein ziemlicher Fiebertraum.

00:01:07: Ich war von acht Uhr bis Mitternacht auf den Beinen bzw seit sechs.

00:01:11: mein erster Film fing um acht an und mein letzter hörte um Mitternachts auf.

00:01:16: Also von daher war es wirklich Heftig in jeglicher Hinsicht und erwirrend, aber es war kein schlechter Tag.

00:01:24: Ich habe das Gefühl jetzt ist es deutlich ruhiger geworden.

00:01:27: also jetzt saß ich grad ein paar... Kann ich vielleicht eine kurze Anekdote erzählen?

00:01:32: Ich saß jetzt gerade ein paar Stunden einfach auf der Presseterrasse und brauchte so'n bisschen Auszeit und hab einfach n bisschen was gelesen Und es sind irgendwie gleich.

00:01:40: zwei Leute sind dann mir vorbeigekommen und haben gefragt was ich denn lese.

00:01:44: Es ist irgendwie so'ne So eine Anomalie, dass man hier einfach nur sich mal hinsetzt und was liest.

00:01:50: Was nichts mit Filmen zu tun hat irgendwie.

00:01:53: Entschleunigung auf der

00:01:54: Feste.

00:01:55: Ja ich hab auch gesehen, ich brauche jetzt gerade so ein bisschen... Ich komme jetzt auch, ich werde jetzt den Mist meine ersten Kritiken fertig haben Und ich muss jetzt so ein bißchen runter kommen.

00:02:03: und jetzt auch heute schaue ich deutlich weniger Firme.

00:02:06: Ja, ich glaube zum Thema Entschneunigung kommen wir später nochmal wenn wir über Filme sprechen hier.

00:02:11: Aber bis dahin Lida, du scheinst mir immer genau das Gegenteil von Entschleunigung zu sein.

00:02:15: Bei dir gibt's immer Schlag auf Schlag.

00:02:17: wie geht es heute?

00:02:17: Genau so was Jakob als Fiebertraum bezeichnete ist meine Realität seit dem ersten Tag hier aufm Festival weil ich fast jeden Tag seitdem vier oder fünf Filme hatte und jetzt ein bisschen meinen Plan angucken und es auch wirklich nicht leichter wird.

00:02:30: also dadurch sich den ganzen Wettbewerb halt gucken will.

00:02:32: da sind schon immer schon drei Filme am Tag Und dann ist es ganz oft so dass ein bestimmter Film also dieser Mitneidfilm den ich sehen will morgens anfängt Und dann habe ich eigentlich so einen kleinen Pausenmoment, aber weil ich da noch zu groggy bin um zu schreiben kann ich auch noch ein Film gucken.

00:02:46: Das wäre mir eigentlich viel lieber wenn es anders wäre, dass man sich mal ein bisschen schlafen könnte oder früher ins AirBnb Aber diese morgens um acht und abends um zehn.

00:02:56: Diese Kombi klingt mich wirklich.

00:02:58: Ich muss aus eigener Erfahrung sagen, mich strengt das Wenn ich jetzt in den Filmen schaue, weil ich mich auf nichts konzentrieren kann quasi nur als als Berieselung oder als Füller so, dass das meistens mich dann umso mehr anstrengt.

00:03:10: Weil oft sitze ich jetzt in einem Film der nicht irgendwie meine erste Wahl war und dann oftmals ist es auch ein totaler Durchschnittsfilm und oftmals finde ich's dann viel schöner mal keine Ahnung am Strand spazieren zu gehen oder so.

00:03:23: Ja ich denke für alle die das hier schon länger mal hören bei anderen Festivals wenn wir dort waren euch ist das schon vertraut aber vielleicht einige, die vielleicht auch zum ersten Mal oder so hier wirklich das verfolgen.

00:03:37: Man kann schon sagen dass diese Wettbewerbsfilme ja oft nicht nur einfach aus Qualitätsgründen dort drin landen.

00:03:44: man denkt natürlich der große Wett Bewerb und so weiter.

00:03:47: aber es gibt hier wirklich auch eine eigene Festivalpolitik und je mehr man an Festivals teilnimmt desto mehr merkt man auch oder man hat zumindest Intuition welche Filme man vielleicht besser ja, beiseite lassen kann und den man sich nicht widmet.

00:04:03: Das ist so ein Prozess, den ich auf jeden Fall durchgemacht habe.

00:04:06: Ich kann natürlich Lieder deinen Ansatz verstehen dass du so Den ganzen Spiegel mitnehmen willst um zu sehen was reflektiert dieses Festival in diesem Jahr uns weiter Und das finde auch aller Ehrenwert.

00:04:17: aber ich persönlich kann mir das nicht mehr antun.

00:04:20: ehrlich gesagt Ja soweit so gut.

00:04:23: wir haben heute vielleicht erstmal etwas sehr was auf den Bauch schlägt.

00:04:30: Ich glaube damit können wir anfangen, Marie Kreuzers Gentle Monster, denen ich glaube Jakob und ich haben ihn beide nicht gesehen.

00:04:37: aber Lida du wolltest uns davon berichten auch weil es ja da eine Autobiographische Verbindung zur Regisseurin gibt, die eben zuletzt mit Kossage hier war.

00:04:49: Der Film der in Anzatharigali vor ein paar Jahren und der Vicky Krebs dann auch den Preis gewonnen hat für die beste Darstellung Ja was ist denn da zu die Verbindung zu diesem Film?

00:05:00: Genau also Marie Kreuzer's Gentle Monster hat, also Marie-Kreuzer wie du schon sagtest mit Krossage war ihr großer Durchbruch hier in Cannes auf so einen Film wo es damals ganz unmöglich für mich zumindest war eine Karte zu kriegen.

00:05:10: ich habe ihn dann Berlin kurz nach dem Festival gesehen.

00:05:14: Und es kam dann schon, als der Film noch nicht mal im Kino gestartet war in Deutschland diese Nachricht.

00:05:19: Das einer der Darstellenden nämlich Florian Teichmeister, der den Königlichen Gatten von dieser Sissy Figur in Cossage spielt angeklagt ist wegen Kinderpornografie.

00:05:31: also er soll über

00:05:32: fünfzigtausend

00:05:33: Bildmaterialien runtergeladen haben und geteilt haben und weitergegeben haben.

00:05:37: Er hat das auch gestanden?

00:05:39: Also es gibt da keinen Zweifel dass er schuldig war.

00:05:41: Es wurde Also die Beweislast ist erdrückend.

00:05:44: Es wurde wirklich ohne... Ist es nicht nur irgendwie, wenn ihr sagt, das ist ja wieder so eine Anschuldigung?

00:05:48: Aber da wir gerade bei dem Kommentar aus, das hat tatsächlich ganz lange Marie Kreuzer gesagt.

00:05:54: Das schon zu einem Punkt wo Eigentlich sehr stark sich, also es ganz viele Gerüchte gab.

00:05:59: Es ist ganz viel Anschuldigen und auch schon Hinweise darauf gab sie immer noch gesagt hat bis zuletzt die glaubt an seine Ultschuld und schuld bis es alles selber eben gestanden hat.

00:06:08: Und nun hat sie einen Film wo eine Musikerin gespielt von Lea Seidou mit dem Vorwurf konfrontiert wird Also ihre Familienwelt aus Ehemann, so gemeinsamen Sohn und Häuschen auf dem Lande bricht buchstäblich zusammen als eines morgens Die Polizei vor der Tür steht und alle Das Mann ist alle seine Elektro-Devices.

00:06:27: Also Handy, Laptop, iPad alles beschlagnahmt.

00:06:30: und wir wissen alle genaues gibt eigentlich nur ein Verbrechen bei dem das gemacht wird und dass es Kinderpornografie.

00:06:35: Und das stellt sich dann auch sehr schnell heraus als er da angeklagt ist und er hat noch am Anfang so ein paar fadenscheinige Ausreden die sie denn auch mit aller Kraft glauben will also wo man sich schon vor den Kopf schlägt und denkt wie kann Sie das glauben?

00:06:48: Wo der noch der Film schon in Andeutung und immer signalisiert das kommt raus Also dass dieses Argument vom Mann auch nur eine Ausrede ist und sie dann eben damit konfrontiert wird, das immer mehr die Schuld sich verdichtet.

00:06:59: Und sie auch mit der Frage konfrontieren ist, wie sie bis zum Ende nicht richtig eindeutig beantworten kann, wo vielleicht der eigene Sohn missbraucht, der ja auch in diesem Alter ist.

00:07:09: Das ist halt so ein Story, die so ein bisschen auch ihre Eigen- also von Marie Kreuzer, der Regisseurin reflektiert, denn wir sollen hier ganz viel Mitleid haben.

00:07:20: Könntest du es noch weiter ausfinden?

00:07:21: Also warum für dir das schweren, man kann sich ja irgendwie schon vorstellen dass man Probleme hat Leute die man kennt so eine Sache zu bezichtigen und daran zu glauben dass sie zu solchen Dingen fähig sind.

00:07:32: Ja aber ich meine es gibt auch diesen Punkt wo man erstmal sagt also dass sie sich selber so sehr als Opfer, also diese Ceduvigo, sich selbst als Opfa da sieht und dann so jammert.

00:07:42: Ich kann jetzt nicht einfach aufhören meinen Mann zu lieben und alles wo ich mir denke so what the fuck?

00:07:46: Also der Typ hat vielleicht einen Sohn missbraucht.

00:07:48: Der Typ ist ein totaler Perverse.

00:07:50: Das ist doch mit das Schlimmste was ein Mensch machen kann Einzige.

00:07:53: was noch schlimmer wäre wäre er selber Täter werden.

00:07:55: Das wäre irgendwie das einzige wo man das in Anführungsstrichen so steigern könnte.

00:07:59: Aber wenn man da nicht mehr die Opfer sieht oder das Verbrechen sondern sich es nur selber Leid tut so, als ob der Mann irgendwie fremdgegangen wäre oder so.

00:08:08: Als ob das eine Affäre wäre dann könnte ich es verstehen wenn sie so ein Selbstmitleid versinkt aber dass ist wirklich überhaupt nicht verständlich.

00:08:14: und auch wenn sie denn so völlig fadenscheinige Argumente von ihm glauben möchte und dann auch den Sohn wieder mit ihm zusammenbringen wo sie sagt dann ist ja nicht nur ihr Schicksal Sie setzt ja auch das Kind einem enormen Risiko aus Denn diese Gefahr besteht ja permanent.

00:08:27: Also wenn der Mann zum Beispiel sowas sagt er ist Filmemacher Ja das ist etabliert Und dann sagt er hat ja nur für eine Dokur recherchiert Also jeder, der für eine Doku über Kinderpornografie auch nur die minimalsten Dinge wüsste, dass er sich nicht einfach Materialien runterladen und die schon gar nicht weitergeben darf.

00:08:43: Da muss man nicht mal recherchieren um das zu wissen.

00:08:45: also es ist so völlig dumme Argumente oder wenn er so sagt hat's ja nur wegen des Geldes gemacht.

00:08:50: Und eigentlich weiß jeder, dass in diesen Foren kein Geld ausgetauscht wird.

00:08:56: Ja, man so wirklich merkt sie möchte das glauben und dass man eben da jetzt Mitteilheit haben muss.

00:09:01: Nein diese Frau verdient an diesem Punkt meiner Meinung nach kein Mitleid.

00:09:05: Also ist es so eine Art Entschuldigungsgebung?

00:09:07: Absolut

00:09:08: absolut

00:09:08: von Marie Kreuzer

00:09:09: Total.

00:09:10: und es gibt ja noch was das noch schlimmer macht nämlich dieser Apologetik nochmal steiger.

00:09:13: Es gibt so eine Parallelhandlung wo die ermittelnde Kommissarin in diesem Kinderpornografie Falleine.

00:09:20: ihr Vater ist ein bisschen dement und er hat so ne polnische Betreuerin Und der Vater belästigt immer die polnische Betreuerin und begrabscht die.

00:09:27: Und sie sagt schon mehrfach, wenn er jetzt damit nicht aufhört werde ich

00:09:30: gehen.".

00:09:31: Und dann irgendwann koluminiert das denn darin dass der Vater tatsächlich versucht sich zu vergewaltigen und sie auch ihre Sachen packt und geht?

00:09:36: Und dann versucht diese Commissaren einmal das kleinzureden was ihr Vater getan hat und zum anderen hier eben mehr Geld zu bieten, damit sie weiterhin bleibt und das hin nimmt!

00:09:43: Und die Message davon nur diese Implikation zumindest ist alle Frauen sind kompliz in allen Männern sind Täter.

00:09:49: Ja also man muss jetzt auch irgendwie... Wie gesagt, ich könnte mir jetzt mehr dazu sagen wenn ich den Film gesehen hätte.

00:09:55: Man muss natürlich... Wenn man das Ganze auf Marie Kreuzer rückbezieht was ja durch diese biografische Verbindung sehr eindeutig ist muss man sich trotzdem die Frage stellen, ob daraus nicht so ein Opportunismus irgendwie klafft.

00:10:09: Weil es ist ja jetzt was anderes wenn der eigene Ehemann sowas tut und wenn's halt einfach einen Schauspieler mit dem man zusammengearbeitet hat sowas macht.

00:10:17: also das ist ja etwas ganz ganz großer Unterschied irgendwie.

00:10:20: Und zum anderen ist mir auch aufgefallen dieses ganze Festival steckt irgendwie voller Ja, ein heftiges Thema Trigger Warning und so aber voller Vergewaltigungs-Szenen bisher.

00:10:30: Also es gibt sehr viele Szenen in denen sexuelle Übergriffe irgendwie einfach so eruppiert plötzlich... ...einfach auftauchen irgendwie und teilweise auch irgendwie ohne Vorankündigung.

00:10:43: also das habe ich jetzt in mehreren Firmen hier irgendwie gesehen.

00:10:46: ja jetzt wo du sagst es stimmt tatsächlich ist mir jetzt selber nicht aufgefallen aber jetzt wo Du sagst ist es offensichtlich.

00:10:52: Ich finde es auch immer wieder faszinierend, wenn man in so vielen Filmen ist und dann immer wieder so Echoes wahrnimmt aus anderen Filmen wo eine ähnliche Situation stattfindet oder ein ähnlicher Tathergang beschrieben wird.

00:11:04: Weil das was du gerade erzählt hast die Situation mit der polnischen Pflegerin Es gab so einen Film den ich heute gesehen habe

00:11:15: Lagravida

00:11:16: Lagravida.

00:11:17: Und da gibt es so einen Moment, als ein Junge seiner Illusion beraubt wird, dass ihre Großmutter eine Affäre... Sie war Hausangestellte mit dem Mann hatte der sie angestellt hat und sie meint in dieser Szene eben ne also solche Affären gibt's normalerweise nicht.

00:11:34: das sind dann meistens Vergewaltigungen und daran muss ich gerade denken, als du das beschrieben hast.

00:11:38: Ja jedenfalls gibt es dazu noch was zu sagen.

00:11:41: wir haben jetzt nur noch nicht den Film Erfahrung selbst beschrieben.

00:11:47: Also die Bilder

00:11:47: haben dann noch Jelle Hase, oder?

00:11:50: Genau!

00:11:50: Jelle Haase spielt diese Kommissaren, die das Verhalten ihres Vaters zu entschuldigen versucht.

00:11:55: Darstellerisch war der Film schon sehr stark.

00:11:57: Ich fand auch insbesondere Jelle-Hase stark stärker als Cédu qui aber auch ihren Job... gut macht.

00:12:02: Wir haben sehr interessante Bilder von Judith Kaufmann, die das auch sehr schön einfängt dieses bürgerliche Milieu in diesem künstlerischen kreativen Kreis diese Familiendynamik, die er erst noch ganz trotz einiger sichtbarer Probleme durchaus harmonisch und liebevoll erscheint als Martin Einduch des Ehepaar- und auch die Eltern zum Kind haben liebevollen Umgang so dass dieser Einbruch da umso radikaler wirkt und sie hat eine leicht gedämpfte blasse Bildsprache ein gewisses Nostalgiegefühl vermittelt, also eine Art Melancholie.

00:12:36: Also der Film ist visuell schon interessant weil er trotzdem naturalistisch

00:12:40: wirkt aber

00:12:41: als Story fand ich ihn nicht rund weil es zum Beispiel auch immer wieder Implikationen gibt die nie ausgearbeitet werden nämlich diese Implifikation des Motivs der Liebesongs die von Männern verfasst werden und wo es dann immer solche Texteilen gibt so, hey Baby alles was du brauchst ist meine Liebe leg dich in meine Arme und vergiss was ich getan habe.

00:12:59: Also so Texteile die sich ganz stark auf diese Situation beziehen lassen und Frauen quasi angeblich beibringen verzeiht dem Partner alles nimmt jeden Fehler des Partners hin.

00:13:09: Du brauchst den Partner ohne denen bist du nix.

00:13:11: aber das bleibt zu unausgearbeitet Und so unfertig.

00:13:15: und dass das reicht denn irgendwie nicht.

00:13:18: also Das waren halt so viele andere, da gibt es auf ganz vielen Ebenen so unfertige Ansätze.

00:13:22: So ist der Film am Ende einen halt sehr unbefriedigt zurücklässt.

00:13:26: Ja und ich bin gerade wirklich noch mit dem Gedanken beschäftigt den du gerade aufgebracht hast Jakob das ist ja also ich will nicht sagen feige Ich will jetzt niemandem eine Feigheit unterstellen aber das ist schon wirklich so ein Mechanismus der sich vor manch anderen Fragen drückt.

00:13:41: wenn man das auf die die Familien Situation absolut

00:13:43: das habe ich genau meiner Kritik geschrieben ist es apologetisch feige und es ist eine Ausrede.

00:13:48: Und das ist eine Fingerzeig auf andere Leute um von eigenen Schuld abzulenken?

00:13:52: Ja, vor allem es klammert das systemische aus weil wir sind in so einer Unterhaltungsindustrie.

00:13:58: Es gibt immer mal wieder irgendwelche Vorkommnisse wo Leute die aus irgendwelchen Gründen gecancelt wurden dass sie wieder auftauchen oder irgendwelcher programmieren hier in Cannes auch usw.

00:14:09: Ich will auch gar nicht sagen dass ich da irgendwie die perfekten Antworten habe wie Leute wieder reintegriert werden in irgendwelches System usw.

00:14:17: dass man dieses ganze System mit dieser Klüngelei, das man dem somit aus dem Weg geht und es alles ins private schiebt.

00:14:24: auf eine gewisse Weise stößt mir dann ohne den Film gesehen zu haben.

00:14:27: Einfach nur so wie du es beschrieben hast sehr sauer auf.

00:14:30: Ja also ich hatte da auch ein sehr übles Gefühl bei dem Film nicht so sehr weil der jetzt formal oder handwerklich solche Schwächen hat sondern einfach wegen dieser ganzen Subtext-Implikationen und diesem ganzen biografischen Hintergrund.

00:14:43: und dadurch kriegt der Film halt ne ganz andere Konfrontation die wir... Wenn man sich jetzt vorstellt, es wäre ein rein fiktives Werk ohne einen Realitätsbezug würde dieser Film ganz anders wirken.

00:14:51: Dann wäre das auch kein guter oder perfekter Film aber dann wäre er weit weniger problematisch.

00:14:57: Da gibt's ja eher eine Verbindung noch zu so einem Fall wie Peliko als wirklich diesem Fall den sie selbst erlebt hat weil ja ist mehr um die Familie geht und so weiter.

00:15:07: Also das ist Marie Kreuz des Gentle Monster Wettbewerbsfilmen.

00:15:11: Wir gehen mal zu einem anderen Wettbewerbsfilm über, Ryusuke Hamaguchi All Of Us Sudden.

00:15:17: Und der japanische Titel ist noch ein bisschen länger.

00:15:19: da heißt es eher plötzlich fühle ich mich schlecht aber dieses Plötzlich All of us Sudden hat ein bisschen mehr Offenheit und man kann gewisse Dinge die im Film passieren auch noch unter diesem Gesichtspunkt behandeln.

00:15:31: wir haben sie mit einer von einem Buch inspirierten Geschichte zu tun, weil Hamaguchi hatte so einen Briefwechsel gelesen der in Japan relativ viel beachtet wurde zwischen einer Philosophin und einer Anthropologin.

00:15:46: Und diese Philosophine hat eben Krebs im Endstadium und sie ist auch mittlerweile gestorben.

00:15:53: Ich denke ihr Name ist Maoko Miyano und die Anthropologie ist Maho Isono.

00:15:59: Es ist aber auch noch eine andere Adaption, könnte man sagen.

00:16:01: Und zwar es gibt hier dieses Konzept Humanityd und das behandelt im Prinzip ein pflege, ein neues holistisches Pflegekonzept in dem man versucht die PatientInnen aus verschiedenen Bereichen alle irgendwie zusammenzuführen alle irgendwie eben bürdig und mit viel Liebe, mit viel Zeit usw.

00:16:24: zu behandeln.

00:16:25: Und Jakob wird es uns dann weiter einführen in diesen Filmen?

00:16:29: Ja also der Film hat ja eine wahnsinnig simple Geschichte!

00:16:34: Also es gibt da jetzt laufen hier ganz viele Leute vor, aber ich glaube das ist Kravyeba-Demm.

00:16:39: Es ist gerade ein bisschen zu laut... Also es geht um zwei Frauen.

00:16:45: Es geht um Marie-Lou, gespielt von Virginie Evira.

00:16:49: Sie ist eben eine von solchen einer Oberärztin in so einer Klinik die gerade dieses Humanität vorgehen quasi erprobt und auch vorhat es demnächst voll zu etablieren.

00:17:03: Und sie behandelt mehr oder weniger stark Menschen die entweder an Alzheimer leiden Beziehungsweise auch im Großen und Ganzen sehr, sehr alte Menschen.

00:17:15: Also Menschen die geistig einfach nicht mehr ganz vorhanden sind oder geistisch stark eingeschränkt sind, die keine wirkliche Selbstständigkeit mehr haben können.

00:17:25: Und sie hängt sehr an diesem.

00:17:28: aufgrund einer persönlichen Vorgeschichte, hängt sie sehr, Sehr stark an diesem Humanität-Prinzip fest und Sie hat auch sehr viele systemische Gedanken dazu warum dieses System rentabel ist.

00:17:41: Und durch Zufall begegnet sie der anderen Frau, Marie.

00:17:46: Sie tragen denselben Namen.

00:17:48: Marie kommt aus Japan und ist eben so eine Art alter Ego von dieser Philosophin.

00:17:54: Gespielt

00:17:54: von Tao Okamoto?

00:17:56: Tao Okamoto ja!

00:17:58: Und bei einem Theaterstück... Nee, sie wird zum Theaterstuck eingeladen von ihr.

00:18:04: Und beide Frauen kommen sich dann in so dem Herzstück des Films über einen Abend sehr, sehr nah im Sinne von.

00:18:10: beide haben so ein sofortigen Draht zueinander.

00:18:14: Beide entdecken so mehr oder weniger dass sie beieinander sehr authentisch sein können ohne sich zu verstellen.

00:18:22: Ich glaube generell das.

00:18:24: bei Hamaguchi's Film spielt ja die Idee von Performance immer eine große Rolle und hier gibt es jetzt mehrere Ebenen an Performances.

00:18:33: Mary Lou muss quasi diese Performance der Humanität, weil es ist letztendlich eine Performance die man vor den Patienten hinlegen muss.

00:18:43: Aber gleichzeitig gibt es immer in jeder sozialen Situation auch die soziale Performance und wir alle kennen diese Situation wenn man jemanden kennenlernt wo diese Performance einfach wegfällt, wo man das Gefühl hat hier kann man sich jetzt entfalten, hier kann ich jetzt irgendwie über alles reden Und in so einem sehr langen Dialog geraten all diese Probleme oder geraten Schwierigkeiten so sehr in den Hintergrund.

00:19:07: Und dann wird es zu einem Exkurs darüber, warum Humanität eine bevorzugende Art der Therapie ist oder der Behandlung ist aber auch quasi sehr über die systemischen Probleme, warum das nicht umgesetzt wird.

00:19:25: und alles läuft auf diesen Kapitalismus zu.

00:19:29: und Marie zeichnet dann auch dieses Diagramm von einem, inwiefern wie breitet sich sowas wie Kapitalismus eigentlich aus?

00:19:38: Wie kann der Kapitalismus immer wieder gerade die Bereiche einnehmen, die ja eigentlich dazu da sind ihm entgegenzutreten.

00:19:45: Gleichzeitig aber und weil Marie eben das Alter Ego ist leidet sie aber auch an Krebs im Endstadium.

00:19:51: deswegen wird diese neue Freundschaft quasi es von Anfang an unter diesem... Ja wie sagt man

00:20:02: Und da einsagt man ja schlechten Sternen oder

00:20:04: so?

00:20:04: Unterm schlechten Sterben, genau.

00:20:05: Also ist schon im Schwinden sozusagen!

00:20:10: Wie hat dir das zu gesagt Lieder?

00:20:13: Ja der Film war halt sehr lang... Und ich musste so mit der Müdigkeit kämpfen.

00:20:20: Er bewegt sich halt auch kaum vorwärts und dann macht er vor allem diesen Alter, dieses Demenz sein und pflegebedürftig sein und die ganzen Pflegekomplex super dekorativ.

00:20:30: Also nicht nur hübsch, nicht nur niedlich sondern es sieht unheimlich kitschig und schön und zum Rahmen an die Wand wunderbar aus.

00:20:38: und so ist das einfach nicht da.

00:20:40: also sorry aber dass Diese Demenz-Stadium und Pflege, da gibt es ganz viele wirklich schlimme hässliche auch unangenehme Momente.

00:20:48: Und man sieht nichts davon nicht mal punktuell!

00:20:51: Das ging bei mir gar nix.

00:20:53: Es wird zwar dieser Konflikt zwischen diesem idealisierten System Humanitüt, wo das schon fast wie so ein Werbefilm dafür wirkt... ...das wird zwar angesprochen mit der Realität.

00:21:02: wenn eine erfahrene Pflegerin sagt und da bin ich ganz auf der Seite dieser Figur die sagt dass ist in der Praxis gar nicht anwendbar.

00:21:08: Das können wir gar nicht machen uns hier mit jedem Patienten fünfzehn Minuten Zeit lassen um den Morgens zu waschen.

00:21:13: Und das ist einfach die Realität in ganz, ganz vielen Pflegeeinrichtungen.

00:21:16: und ich sage nicht dass es gut ist.

00:21:17: Ich will's auch gar nicht verteidigen da gibt es ganz viele Probleme.

00:21:20: aber man muss ja auch irgendwie das Ideal mit der Realität abgleichen und gucken was möglich ist oder wenn andere Schwester ansprechen und sagen was die Frühsticht nicht schafft fällt auf die Nachtschicht oder die Nachmittagsschicht und dass all das ignoriert

00:21:32: wird dann einfach

00:21:32: nur am Ende auch quasi diese erfahrene etwas dickköpfige Schwester sieht, dass sie Unrecht hatte.

00:21:39: Und das finde ich ist keine Problemlösung.

00:21:42: dann werden Probleme einfach nur negiert oder weggeschoben.

00:21:45: Und letztlich hat sich dieser Film halt, selbst die Krebserkrankung sieht schön und dekorativ aus.

00:21:50: Diese krebskranke Figur, diese japanische Theater-Regisseurin ist bis zum Ende super schön.

00:21:56: Die sieht kein Stück Krebskrank aus.

00:21:58: Da ist so perfekt geschminkt bis zum Grab.

00:22:01: Also so gut sehe ich nicht mehr am morgens früh um sieben aus wie die noch im Endstadium von Krebs.

00:22:06: Das stört mich einfach total bei Hammer Gucci an diesem Film!

00:22:10: Je mehr ich über diesen Film nachdenke, das war einer der Filme auf den ich mich am meisten gefreut habe.

00:22:14: Ich mag die letzten Filme vielleicht nicht den ganz Letzten aber ja ich hab schon in vergangenen Episoden darüber geredet Wheel of Fortune und Fantasy, Drive My Car und auch... ...ich hab noch einen anderen gesehen den sehr langen Asako, eins und zwei oder wie ist der?

00:22:32: Der ist nicht so lange.

00:22:33: Okay ich habe irgendeinen relativ langen denke ich noch gesehen aber ja kommen wir jetzt nicht in den Sinn.

00:22:37: jedenfalls je länger ich über diesen Film nachdenke dass du schlimmer ist er, desto weiter wird er durchgereicht.

00:22:43: Ich stimme dem total zu was du gesagt hast.

00:22:45: wieder dieses glaube der heißt irgendwie Jardin, also Garten der Freiheit oder so.

00:22:52: Ja

00:22:52: der Name ist auch schon so kitschig.

00:22:54: Wir haben es hier schon mit einer privilegierten Schicht zu tun.

00:22:57: das ist ja auch ein bisschen Witz daran, beziehungsweise es ist ja ein Pilotprojekt.

00:23:02: Also es muss ja in diesem Rahmen irgendwie starten.

00:23:04: aber du hast vollkommen recht das einzige Mal dass es hier irgendeine Art von Schmutz in diesem Film gibt die Tauben auf die Figuren kacken, aber selbst das glaubt man einfach nicht.

00:23:18: Es

00:23:19: ist immer schwierig wenn so was wie die Scheiße dann noch so mythologisiert wird irgendwie.

00:23:26: Da ist vielleicht der Bezug zu sowas wie Wim Wenders Perfect Days den du gemacht hast doch sehr passend.

00:23:31: Ja genau ich habe den mit dem Wimm Wenders Film verglichen Einfach auch weil ich das Gefühl hatte hier ist dieses Humanity-Konzept Das ist so ein bisschen.

00:23:39: es fungiert als Ersatz für diese Klos, die damals auch beworben werden sollten.

00:23:44: Das war ja damals eine Commission, die wenn das da entgegengenommen hat und sollte eigentlich nur ein Werbefilm werden.

00:23:50: Und so fühlt dieser Film sich jetzt auch ein bisschen an.

00:23:53: Ich glaube Hammer Gucci, dass er sich für dieses Konzept sehr interessiert und ich meine, er hat ja lange dafür recherchiert, hat Zeit in Frankreich verbracht

00:24:01: usw.,

00:24:02: aber das was ihn besonders stark macht, Dialoge und so zu schaffen... Auch das hat für mich nicht gut funktioniert.

00:24:10: Ich glaube, die besten Szenen und die interessantesten waren für mich durch schon das performative angesprochen Jakob Und ich mochte dass es so ein zwei Szenes gibt wo sich Figuren darüber erst nahekommen können, dass es einen Publikum gibt.

00:24:24: Es gibt die Theater-Szene als die Vigeny Elfira Figur eben ins Theater geht und die Japanerin dort kennenlernt auf der Bühne wirklich Sie redet mit ihr auf japanisch und sie weiß, dass in diesem Moment kaum jemand verstehen kann was die beiden miteinander teilen.

00:24:44: Und dementsprechend intim wird das auch.

00:24:46: gleichzeitig gibt es aber im Hintergrund des ganzen Publikums Wir haben später eine Szene wo die antagonisierte Schwester die Lieder schon angesprochen hat.

00:24:56: Das ist ja auch ein bisschen quatscht.

00:24:58: also Die Frau die Kritik daran übt weil sie durch jahrelange Praxis einfach geschult ist und die Abläufe versteht, dass wenn sie Kritik wird, wird sie von dem Film irgendwie als Antagonistin aufgebaut.

00:25:12: Was der Film versucht denn gegen Ende wieder zu kitten?

00:25:15: Bei jedenfalls bei diesem Kit-Versuch mit der Protagonisten sprechen Sie auch vor so einem großen Publikum Und wir erfahren jetzt endlich mal etwas über diese Schwester, die jahrelang einfach stumm mehr oder weniger ihre Arbeit verrichtet hat.

00:25:31: Das mag ich zumindest zum Ansatz, dass man sich manchmal nicht im Privaten wirklich näher kommen kann.

00:25:36: Sondern es muss so eine Art Performance geben, dies erlaubt das man sich auch anders verhält weil man einen anderen Ansatz hat und man wirklich zuhören muss in diesem Moment.

00:25:46: Und ich glaube bei solchen Beobachtungen ist Hamaguchi eigentlich am stärksten wenn das performative und ja... Ich werde jetzt nicht sagen das reale aber irgendwie ein Grad von Wirklichkeit zusammenfinden.

00:25:58: Ja also Ich stimme euch allen zu, mit allem was ihr sagt.

00:26:03: Ich will aber trotzdem jetzt hier verhindern dass dieser Film komplett abgewacht wird.

00:26:08: irgendwie ich respektiere diesen film schon sehr in seinem ganzen theoretischen ansatz auch in seiner inszenierung.

00:26:18: Bei Hamaguchi spielt ja immer die Zeit so ein bisschen auch eine Rolle.

00:26:21: Dieser Film ist mit hundred und neunzig Minuten mal wieder wahnsinnig lange, ich habe sein Kino immer sehr geschätzt dafür dass er sich so viel Zeit nimmt.

00:26:30: Und da sind wir jetzt wieder dabei das es eine Konvention des Kapitalismus ist zu meinen Wir haben immer nur zwei Stunden höchstens für einen Film Zeit.

00:26:39: Die aktuelle Gegenwart beweist mir wahrscheinlich das Gegenteil weil Filme werden immer länger.

00:26:44: Der Wettbewerb hier ist ein Indikator dafür.

00:26:46: Aber dass quasi längere Zeit und längere Laufzeit es erlauben, dass man Szenen auch ausspielen lassen kann?

00:26:53: Nur kurz dazu das Thema Zeit ist ja auch schon wieder dadurch präsent, dass wir hier so eine Diary-Struktur haben die wir auch schon bei dem Radujude Film haben und bei dem Fukada.

00:27:05: Auch bei Fukada ja.

00:27:06: Also gibt's immer mehr Sachen die sich überlappen.

00:27:10: Und gerade das kostet er eben in solchen Szenen, wie in der Begegnung mit zwischen den zwei Frauen.

00:27:16: Kostet er das voll aus?

00:27:18: Weil er schafft es wirklich diese Begegnung in all ihrer Fülle und all ihrer Neuheit sehr gut darüber zu bringen.

00:27:26: Man bekommt wirklich das Gefühl man sieht hier wirklich zwei Menschen oder man hat das Gefühl... Das sind jetzt nach einer gewissen Zeit zwei Menschen die sich schon sehr lange kennen obwohl sie sicher gerade erst begegnet sind.

00:27:39: also Und ich finde, gerade dafür eignet sich Hamaguchi's Kino sehr gut so was Unterstellbares wie eine entstehende Beziehung.

00:27:49: So auf einmal glaubhaft... zu machen oder vor einem Manifestieren zu lassen.

00:27:54: Nichtsdestotrotz ist jetzt mit diesem Film irgendwie auch der Punkt erreicht, wo er das leider dann auch zu weit treibt.

00:28:01: Ich hatte mir dann irgendwann gehofft dass dieser ganze Mittelteil – auch das mit dem Kapitalismus Flipchart als ob es quasi diese ganze Film wäre.

00:28:09: Diese ganze Film könnte eigentlich nur die Begegnung zwischen den beiden Frauen sein und gerade in so einer Begegnung steckt ja schon einen utopisches Potenzial in so einer bedingungslosen Verständlichkeit, die auch über eine Performance läuft.

00:28:24: Weil bei jeder neuen Begegnung steckt trotzdem ne Performance drin.

00:28:30: Auch bei jeder Alten!

00:28:31: Klar letztendlich können wir da nicht rauskommen und ich finde gerade darin steckt das utopische Potential.

00:28:37: aber das Problem an dem Firmen ist er will dann doch irgendwie die ganze Welt retten habe ich das Gefühl und dadurch klaffen dann leider sehr viele blinde Flecken.

00:28:47: Film, der ja wirklich trotz allem sehr, sehr zeitgemäß ist.

00:28:51: Also ich finde es ist ein wahnsinnig kontemporärer Film.

00:28:54: zum einen weil gerade durch das Setting sind hier gerade solche Pflegeberufe werden immer präsenter im Kino zum Beispiel.

00:29:02: Das geht hin zurück auf, soll man zurück verfolgen jetzt auf... Heldin zum Beispiel letztes Jahr bei der Berlinale.

00:29:10: Wir hatten aber auch Paliativstation, definitiv.

00:29:14: Aber

00:29:14: Clair Simon hatten wir auch?

00:29:16: Clair Simons Our Body und natürlich der Humani Corpores Fabrika von Lüchenkastrin Taylor und Verena Paravell, der ja gerade das so einen Augenmerk darauf nimmt was das für eine Belastung für ein chirurgisches Team ist sich jeden Tag so viel kümmern zu müssen und halt das, jeden Tag Leben zu retten.

00:29:38: Das ist natürlich jetzt nicht ganz dieselbe Situation wie in so einer Pflegestation für ältere Menschen die Chirurgie.

00:29:46: aber trotzdem ist es vergleichbar und das ignoriert Hamaguchi leider völlig.

00:29:50: Ich würde aber nicht soweit gehen und sagen er macht aus dieser pflegekraft Florenz heißt sie glaube ich

00:29:56: Sophie

00:29:57: ganz falsch.

00:29:58: Sophie macht er jetzt keine Antagonisten, ich hatte schon das Gefühl dieser Film nimmt diese Figur dann doch ernst bis zu einem gewissen Grad.

00:30:06: aber gerade das ist das Perfide leider an diesem Firm.

00:30:10: der Film muss sich irgendwie dann doch bewusst so ganz geht die Utopie nicht ganz auf.

00:30:16: also müssen wir jetzt eine Kontrapunkt müssen wir jetzt irgendwie doch noch integrieren.

00:30:22: Und gerade dadurch bestätigt sich ja gerade dieses Kapitalismusdiagramm irgendwie so, alles was außerhalb von einem System ist muss dann irgendwie integriert werden in irgendeiner Weise.

00:30:35: Und alles muss dann doch, selbst die Kontrapunkte müssen irgendwie innerhalb von so einem utopischen Argument auch verwirklicht werden.

00:30:43: Also wir brauchen einen utopischem Blick auf eine Gegenposition und ich hatte

00:30:49: auch

00:30:49: während des Schauns das Gefühl dass es sehr ermüdend langsam wirkt.

00:30:53: also ich hatte bis zur Hälfte das Gefühl das wird jetzt einer meiner Lieblingsfirme des Wettbewerbs.

00:30:59: aber je länger er ging desto mehr habe ich mir gedacht, es ist hier einfach alles zu viel Friede, Freude, Eierkuchen.

00:31:06: Es muss hier irgendwas passieren und es tut leider nichts.

00:31:11: Ich hab noch ganz viel zu sagen aber vielleicht lass sich Lida erst mal in den Vortritt falls du noch was zu ergänzen hast zu dem Film?

00:31:17: Ja, eigentlich nicht so viel.

00:31:18: Aber auch dass sich diese ganzen Elemente, etwa dieses Schauspielerelement was immer da wieder reingebracht wird... ...nicht so richtig ausgleichen!

00:31:26: Also man hat das so und es hängt so ein bisschen in der Luft.

00:31:28: dieses Performance-Stück was immer wieder gebracht wird aber wie jetzt Kunst wirklich als therapeutisches Element zum Beispiel dienen kann oder als kommunikatives Element wird nicht richtig vermittelt oder wie man Krankheit durch Kunst ausdrücken kann und leiden.

00:31:42: Und dann gibt es noch die Figur von dem geistig beeinträchtigten Sohn der Regisseurin, die da immer so durch den Film läuft aber auch keine richtige Funktion hat und das klingt jetzt fast ganz grausam.

00:31:54: Aber die wirk wirklich nur wie ein Anhängse also gar nicht wie ein richtiger Mensch in dem Sinne mit einem ausgereiften Charakter sondern einfach nur wie so jemand ja so ein bisschen so dieses Ideal vom fröhlichen alle Herzen erweichenden geistig behinderten.

00:32:06: Das finde ich durchaus problematisch.

00:32:09: Und diese Gleichstellung von Demenz Krankheit und geistiger Beeinträchtigung finde ich

00:32:15: schwierig

00:32:16: bis problematisch.

00:32:17: Also, ja einfach ein Film der wunderschön

00:32:19: aussieht aber Inhaltlich

00:32:22: nicht so toll ist gerade weil er eben zu perfekt aussehen will.

00:32:25: Ja ich muss auch sagen dass Ich glaube das Man kann ja sagen oder man muss hier irgendwie so eine Form von Restriktion irgendwie, oder hätte man auf Hamaguchi irgendwie auflegen können.

00:32:39: Weil wofür ich diesen Firm respektiere ist ja.

00:32:42: also erscheint für mich das Ergebnis von einer ganz tiefen Verzweiflung eigentlich zu sein.

00:32:48: Von der Verzwaiflung die in der Gesellschaft in den letzten paar Jahren unfassbar klafft.

00:32:52: und es ist die Frage warum leben wir nicht in einer besseren Welt?

00:32:57: Obwohl wir ja die Mittel dazu haben?

00:33:00: Ich finde es wahnsinnig beachtlich, dass hier jetzt so eine Utopie schon vorgeschlagen wird.

00:33:12: Das Problem ist aber, der Film will diese Utopie dann auch durchsetzen und es nicht nur bei dem utopischen Potenzial, der in Ansätzen sehr zu finden sein könnte belassen.

00:33:22: Also die wahre Utopi – das lernt man so zum Beispiel aus den Firmen von Strupp und Ilié – ist ja eine, die eigentlich nicht dargestellt werden kann sondern eine, Die nur im Zuschauer existieren kann weil sobald eine Utopied dargestellt wird, wird es was didaktisches?

00:33:37: Wirdes zu etwas optroiertem?

00:33:38: Würdest du Propaganda könnte man sagen.

00:33:41: Jameson hat gesagt, dass die Utopie eigentlich das ist.

00:33:45: Das Streben nach der Utopien, das ist der utopische Moment.

00:33:49: Ja ich wollte nur noch anmerken,

00:33:52: dass

00:33:53: hier ja dieses eine Zitat ganz zentral ist für den Film viewed from up close no one's normal.

00:34:00: und das Problem, Alle Figuren sind so furchtbar normal.

00:34:05: Also die beiden Figuren haben ja gar keine Kanten oder so.

00:34:08: und was Lieder gesagt hat, alle PatientInnen

00:34:11: usw.,

00:34:12: alle ResidentInnen, die dort wohnen, die sind halt nur Props irgendwie.

00:34:16: Die bekommen keine Persönlichkeit zugestanden.

00:34:19: Und was ich vielleicht auch noch anmerken werde... Erst einmal dieses Ganze!

00:34:24: Je länger der Film ging und je mehr Da so dumm gelächelt wurde die ganze Zeit, ich habe irgendwann eine Krise bekommen.

00:34:30: Wirklich also... Ich mag ja Filme wo die Spannungskurve oder wo die Dramaturgie einfach komplett ignoriert wird aber wenn ich die ganze zeit so dummen angegrinst werde und diese Performativität der Figuren auch nicht mal Besonders reflektiert wird dann in diesem Alltag selbst.

00:34:50: Also nicht mal irgendwie so einen Moment wie bei Radujude, wo man merkt da wird erst einmal so ganz lieb spiel gemacht zur Patientin aber dann im Hintergrund gibt es irgendeine... Ich weiß nicht, ob es irgendwie mal zumindest ein kleinen Ausbruch oder so.

00:35:02: ja weil es sind nunmal Menschen und man muss auch irgendwas rauslassen Ja?

00:35:07: Aber was ich zumindest dem Film noch anmerke was er vielleicht versucht haben könnte wäre hier dieser Einklang von Polity und Policy.

00:35:18: Und dass es eben nicht zusammengeht, ne?

00:35:20: Wir haben Polity die ganze Struktur dieses Unternehmens und wie wir dann immer wieder hören das, die Investoren drohen, Gelder zu streichen wenn das hier alles nach hinten los geht.

00:35:30: Wir haben aber gleichzeitig den mehr oder weniger detaillierten Blick auf die Art und Weise wie dieses neue Konzept irgendwie etabliert werden kann ja.

00:35:40: Das sind so Dinge, die ich aufgreifen würde, wenn ich mich noch weiter mit dem Film beschäftigen würde.

00:35:45: Ich glaube, wir müssen weiterkommen.

00:35:48: Also ich habe das Gefühl für alle die dazuhören... Wir meckern hier schon sehr viel während dieses Festivals!

00:35:55: Ich glaube ich spreche uns allen aus der Seele.

00:35:58: dieser Wettbewerb lässt bis jetzt sehr zu wünschen

00:36:00: übrig.

00:36:01: Ja es ist kein starkes Jahr kann man nicht anders sagen.

00:36:03: Ich würde sagen wir konzentrieren uns jetzt mal auf Filme die wir gut fangen und ich würde gerne einen Alternativvorschlag gegenüber dem Hamaguchi machen, nämlich la Libertat duble von Lissandro Alonso.

00:36:18: Hatten wir vor drei Jahren eigentlich über Eureka geredet?

00:36:21: Ich glaube nicht!

00:36:23: Ja, wir haben nicht über Eurika gerede.

00:36:25: Eurica war ja... Lissandra Alonzo ist so ein ganz bekannter Vertreter aus dem transcendentalen Cinema,

00:36:32: aus

00:36:33: Argentinien stammt der Mann.

00:36:34: Eureka war ein Projekt an dem er zehn Jahre gearbeitet hat.

00:36:38: es war eine wahnsinnig global überspannende Produktion

00:36:42: und so ein bisschen vielleicht mit Griesebach vergleichbar in der Hinsicht dass sie sich mit so einer Community vertraut macht, dort sehr viel Zeit verbringt und fast schon etnografische Züge in seine Filme einbringen.

00:36:54: Ja sein neuer Film ist jetzt eine Reaktion darauf.

00:36:56: er hat den quasi weil er den Rahmen wieder mal etwas verkleinern wollte gedreht.

00:37:03: Seine Firme, man sollte vielleicht zur Einführung sagen Lissandro Alonso's Firmen sind nicht an einem Narrativ interessiert.

00:37:10: Hatte es sagt er immer wieder in interessiert.

00:37:12: Story interessiert ihn einfach nicht Interessiert ihn nur darauf Menschen oder Gegebenheiten zu beobachten und dann quasi herauszufinden, was daraus entsteht.

00:37:22: Es sind jedoch keine Dokumentarfilme muss man dazu sagen.

00:37:26: also es sind gespielte Szenen.

00:37:28: aber es geht eher darum dass so eine Entourage, eine Situation etabliert und dann einfach schaut was daraus entsteht.

00:37:35: Und dieser Film jetzt La Libertat Double ist ein Legacy Sequel zu seinem ersten Film La Liberta.

00:37:44: Das ist ein Film der two-thousand eins entstand den er mit einem Mann namens Misa El Salvador gedreht hat.

00:37:52: Und dieser Misa el Salvador hat er gekastet als ein Holzfeller oder so eine Art Eremiden, ein junger Eremid der irgendwo im Wald einen kleinen Hütte – und das ist nicht mal ne Hütta es ist mehr so einer Art Camp was er irgendwie hat.

00:38:07: Ja in La Pampa, der zentral-agentinischen Region.

00:38:14: ganz normalen Tagesablauf einfach gezeigt.

00:38:17: Er hackt andauernd Holz, er muss sich Essen zurecht machen und geht umherwandern... Und das alles wird

00:38:24: durgräfigiert?

00:38:26: Ja, das auch!

00:38:27: Das alles was wir sehen ist so eine Art... Einfach ein Ablauf von so einem Leben.

00:38:34: Und das Alles wird geraumt durch diesen Titel Freiheit.

00:38:38: So im Sinne von Ist das hier Freiheit, Was Wir Sehen?

00:38:41: Also es geht hier darum.

00:38:43: Hier geht es auch um eine Utopie, genau wie bei Hamaguchi.

00:38:45: Darum kann man eigentlich komplett abseits der Gesellschaft leben.

00:38:50: und dieser neue Film La Libertad duble also die zweifache Freiheit er heißt nicht la libertat zwei das hat er auch betont weil er gesagt hat Das klingt eher wie so ein Fast and the Furious Sequel wenn er ihn jetzt so genannt hätte.

00:39:04: aber es ist ne Fortsetzung Weil wir begegnen Misa El nach fünfundzwanzig Jahren erneut und erlebt immer noch genau dasselbe Leben.

00:39:11: Wir sehen ihn in der ersten Einstellung am Feuer sitzen, genauso wie in der letzten Einstellung aus dem Ersten Firmen und auch des ersten Einstellungs.

00:39:20: Genau!

00:39:22: Und er lebt immer noch genauso wie vorher ist sichtlich gealtert.

00:39:26: Der hat jetzt inzwischen ein Radio und hört ab und zu mal Musik... Hatte

00:39:30: damals auch schon Radio?

00:39:31: Ja

00:39:31: hatte damals ja okay es ist ein bisschen herrscht gewesen.

00:39:33: So ein Transistorradio, so ein ganz altes Ding.

00:39:36: So'n ganz analoges Transistor-Radio, genau und er hackt immer noch fleißig sein Holz, erscheint nicht mehr ganz so viel zu defi-defigiatieren.

00:39:47: Dieses Mal uriniert er!

00:39:48: Stimmt der urinert an einer Szene fleißigt... Und man denkt erst zurechtig.

00:39:53: das ist jetzt genau der erste Film.

00:39:55: nochmal aber dann passiert es tatsächlich dass seine.

00:39:59: also er hat jetzt irgendwie wohl scheinbar soziale Kontakte.

00:40:02: Es gibt da einen Mann der den Zaun zu Recht macht und dort die Zäune spannen, dem er auch scheinbar häufiger Holz liefert.

00:40:11: Und da scheint es irgendwie so eine Art leichte Verbindung, so eine leichte Freundschaft vielleicht auch nur Arbeitsbeziehung zwischen denen zu geben wobei man jetzt hier von Arbeit im Herkömmlichen natürlich nicht reden kann.

00:40:23: Hier geht es nicht um Lohnarbeit sondern hier geht es nur darum Holz für halt Wärme zu sammeln.

00:40:28: Ja

00:40:28: das ist dieses bei Arendt ist doch diese Unterschied zwischen Labor und Work.

00:40:38: Und hier ist es sozusagen Labour, also das was hauptsächlich des Selbsterhaltes zugutekommt?

00:40:44: Genau ja!

00:40:45: Das ist ja das Leben des Selbsterhaltes.

00:40:47: und letztendlich wird er in diese doch recht klassisch narrativ konventionelle Situation zurückgeworfen.

00:40:54: Misael muss sein Leben ändern weil seine Schwester die scheinbar geistig eingeschränkt ist oder an irgendeiner Art von Krankheit leidet muss, weil die Praxis in der sie untergebrachtes Subventioniert wurde wird sie daraus entlassen.

00:41:14: und nun muss sich... Weil

00:41:15: es jetzt nicht mehr subventioniert wird?

00:41:18: Nein, ich meine, sorry.

00:41:19: Genau!

00:41:19: Weil sie nicht mehr subsventioniert werden muss sie entlassen.

00:41:22: Und Misael muss sich jetzt um seine Schwester kümmern Die auch von der echten Schwester gespielt wird Von dem Mann Also von Misaels Salvadero.

00:41:34: Dann muss er sie bei sich aufnehmen und wir sehen, jetzt kann er nicht mehr dieses Leben wahrscheinlich leben was er vorher gehabt hat.

00:41:42: Sondern jetzt muss er sich um jemanden kümmern.

00:41:45: Und jetzt stellen wir eigentlich so fest Was das dieser Begriff Freiheit Vielleicht so wie wir ihnen im ersten Film definiert haben So eine ganz egoistische Konnotation ist.

00:41:56: Das heißt ja es gibt der ich glaube Janis Joplin hat das gesagt Freedom is just another word for those who have nothing left to lose.

00:42:04: und das ist ja eine sehr schöne Beschreibung, die man auf diese Beziehung auch in ihrer Abwesenheit erzählt wird.

00:42:13: Wir erfahren fast nichts über die beiden.

00:42:15: wir erleben das nur anhand ihrer eingeschränkten Interaktion.

00:42:20: aber was diesen Firmen so groß macht in meinen Augen ist wie er dieses In-der-Welt sein von den beiden Figuren.

00:42:28: Es gibt immer wieder die Einstellung, die Figuren verschwinden immer langsam in den sehr statischen Einstellungen.

00:42:34: Das ist eine wahnsinnig präzise Misesen, die hier gemacht wird.

00:42:39: und im Unterschied zu Hamaguchi habe ich das Gefühl erleben wir hier halt auch Zeit aber halt eine fortgeschritte erzählte Zeit und nicht eine fort geschrittene oder expandierte Erzählzeit.

00:42:52: Und im Gegensatz zu Hamuguchi... wird hier auch eine Utopie vielleicht etabliert, aber auch infrage gestellt in der Form.

00:43:02: Und im Unterschied zu Hamaguchi, wir erleben hier eine pflegebedürftige Person, aber wir erlehmen sie wirklich.

00:43:09: Wir erleben Sie in Ihrem Wirken und in Ihren Umfeld und wir haben vor allem ein Gespür für diese Person.

00:43:16: Es gibt dann ganz am Ende das Szenario wo die Figur verschwindet Und in sehr vielen Filmen wäre es ja jetzt so, dass wir total besorgt werden um diese Figur.

00:43:25: Aber das stellt sich hier überhaupt nicht ein weil wir durch die Bildsprache und wie uns dieser Figur kommuniziert wird der Figur völlig vertrauen.

00:43:34: Das ist eine Form von unausgesprochenem Verständnis, die diese Art von Slow Cinema groß macht und die vielleicht auch in der Form nur durch so eine Art von Film zu leisten ist?

00:43:44: Ja ich... fand den auch ganz toll und ich glaube je länger ich darüber nachgedacht habe, desto mehr ist er noch in mir gewachsen.

00:43:52: Man kann auch hinzufügen dass der auf thirty-fünf Millimeter gedreht ist.

00:43:56: Ich

00:43:56: hatte leider nur die Chance.

00:43:59: also ich hab den ersten Teil zwei Wochen oder so vor dem Festival gesehen.

00:44:01: deshalb ist es ja noch bei mir sehr frisch im Gedächtnis.

00:44:04: Der ist aber einfach nicht zu finden im Internet.

00:44:06: Also kann diesen ersten Teil nicht finden.

00:44:08: man kann ihn nur in so ganz schlechter Qualität finden.

00:44:11: Deshalb habe ich jetzt nicht mehr genau im Kopf, ob erster auch auf der Femme und Dreißig war oder vielleicht sogar auf die Sechzehn damals noch.

00:44:16: Ja Patrik!

00:44:17: Ich hätte ihn dir schicken können.

00:44:19: Ich hatte ihn dir wirklich schick.

00:44:20: Ich hab den auf der Festplatte.

00:44:23: Was ich noch hinzufügen wollte ist es hat mich ein bisschen an diesen Direct Action erinnert in der Hinsicht dass ja die Frage im Raum steht als die Schwester ankommt zu seinem Shag zu seinem Schuppendort fragt sie ihn is that all yours also dieses ganze Land dort?

00:44:40: Nee, also wie könnte das mein Land sein?

00:44:43: Und da merkt man schon was für ein Verständnis in ihm kursiert.

00:44:47: Aber was wir dann schon merken ist dieses Land gehört ihm auf eine ganz spezielle Weise und das heißt die wird durch die Arbeit erschlossen.

00:44:54: Die wird durch Prozesse erschlossen, die ja Tag für Tag... Also er bearbeitet dieses Land und dadurch eignet er sich das in gewisser Weise an Eignet sich dieser Arbeit in gewisser Weise an oder zumindest parallelisiert er sie, weil man oft merkt dass diese statischen Einstellungen gar nicht wirklich statisch sind.

00:45:13: Weil es sich die Kamera dann am Ende doch ein kleines Stück bewegt und man merkt okay die wird die ganze Zeit kontrolliert.

00:45:18: hier gibt's eine ganz große Kontrolle über diesen Filmen.

00:45:21: ja ich könnte jetzt noch viel darüber sagen aber ich weiß das sofort geschritten sind.

00:45:24: Ganz

00:45:25: kurz noch würdest du sagen es ist mehr optimistischer oder mehr pessimistischer Film?

00:45:30: Weil der zentrale Element sehr schöne Verhältnis zur Natur oder dieses, es gehört eben das Land auf einer höheren Ebene im Sinne von erst Teil des Landes.

00:45:42: Also er besitzt es nicht sondern erst Teil davon.

00:45:45: Würdest du aber sagen dass ja dadurch das jetzt so diese Schwester mit Familie als soziale Situation und in dem Fall hier auch eine wirklich eine Pflegesituation?

00:45:57: Dass es dieses Verhältnes stören wird geht es jetzt eher darum, dass der Film antizipiert.

00:46:02: Sie müssen einen Weg finden um trotzdem diesen Bezug zur Welt weiterhin zu erhalten.

00:46:08: Ich glaube in meiner Antwort würde ich ein bisschen das Ende des Filmes verraten So weit gehen zu sagen, dass diese und du hast es auch schon anklingen lassen.

00:46:18: Dass der mentale Zustand der Schwester eigentlich relativ im Unklaren gelassen wird.

00:46:22: wir wissen gar nicht wirklich wie beeinträchtigt sie ist weil Sie scheint eine ganz besondere Intelligenz zu haben und sie scheint die Situation eigentlich sehr gut zu verstehen.

00:46:30: Und ich habe das so gelesen, dass das worauf der Film ein bisschen hinausweift am Ende Das das mit ihrem Verständnis der Gesamtsituation zu tun hat und Die Entwicklung dort dadurch getrieben sind

00:46:42: Ja, also darin kann man jetzt auch was... Also mich muss sagen ich fand diesen Film wahnsinnig gerade die letzte einstellen.

00:46:49: Ich fand diesen film Wahnsinnig berührend vor allem weil in einer gewissen Weise ja so einen Verständnis dann auch trotzdem etabliert wird und man ja dass sich die Frage stellt vielleicht ist es trotzdem das beste wenn zwei Menschen getrennte Wege gehen irgendwie

00:47:05: Und weil wir jetzt schon so viel geschwafelt haben, Jakob und ich will auch nochmal Lieder ins Boot holen.

00:47:12: Hättest du auch noch einen, über den du vielleicht etwas Positiveres zu sagen hättest?

00:47:16: Einen Film damit wir ein bisschen also muss auch nicht sein.

00:47:19: Wir können auch kritisch weiter...

00:47:20: Also tatsächlich denke ich noch so ein bisschen nach über den neuen von Quentin Dupieux und ich kann auf jeden Fall auch wenn ich werde mit Quentin dupieux einfach nicht so richtig warm.

00:47:30: das hat sich in vielen Filmen herausgestellt.

00:47:32: andererseits denke ich dass Herr Quentin-Dupieux Fans durchaus Spaß machen könnte.

00:47:36: man konnte diesen film so ein bißchen zusammenfassen Christian Stuart ist und irgendwann platzt, wo die Harrelsen nicht der Kragen sondern der Bauch.

00:47:45: Und parallel gibt es dazu noch irgendwie so ein alten Horrorfilm, der einen Creature von The Black Lagoon erinnert.

00:47:52: Das war's!

00:47:53: Bei Quentin Dupieux macht das Sinn und ich bin gespannt... Auf seinen zweiten Film hat ja hier zwei Filme nämlich der Anderes animiert und ich glaube sein erster Animationsfilm?

00:48:00: Ja.

00:48:01: Dann vielleicht sag mal was dazu, wenn man die beiden im Doppelpark hat.

00:48:04: Darauf bin ich sehr gespannt weil ... Animation ja so aussieht wie Sims eins oder so, Sims zwei diese Grafik von damals.

00:48:12: Diese

00:48:12: ganz alte Computerspiegrafik?

00:48:13: Vielleicht

00:48:14: also ich fand den dp-Firm auch gut.

00:48:16: Ich finde der war so mehr auf dem Niveau von einem Sketch Der einfach sehr lange geht.

00:48:22: Irgendwie in dem klafft auch sowas sehr berührendes Oder eine Abhandlung über Familie irgendwie Auch die sich erst durch diesen ganzen Schwachs sind Den er einem erst wie immer an den Kopf wirft erst ergibt.

00:48:34: Und deswegen auf dem Papier fand ich den sehr gut.

00:48:36: Das Problem war nur, der Film ist sehr kurz und ich fand ihn trotzdem relativ lange.

00:48:40: also bei Dupir es immer so ein bisschen.

00:48:42: die Frage erscheint sich bewusst zu sein dass seine Konzepte, they should never overstay their welcome sozusagen.

00:48:49: Deswegen sind seine Filme auch kurz aber manchmal tun sie's halt leider doch.

00:48:52: Also er hat viele Ideen nicht alle davon funktionieren.

00:48:55: Aber gerade dieser Firm der ja durch dieses Konstante in sich rein mampfen das wir hier gesehen zu Gesicht bekommen oder durch die... ...durch diese Begegnung zwischen innen und außen.

00:49:07: Also es gibt dann ja irgendwann die Szene, wo wo die Harrelsen auf die Straße geht um eine Zigarette zu rauchen... ...und hinter ihm bricht dann die Hölle los weil so ein Straßenkampf ist.

00:49:17: Genau!

00:49:18: So'n kleiner Protest vor dem vorher der Portier noch sagt, dass er ja die Demo wird nachher vorbei sein, denn sieht man's da draußen so richtig wie du sagst, so Straßenschlacht im Paris tobt.. Und das Hotel davon aber vollkommen unbeeinträchtig scheint also alles nur draußen bleibt und man sich halt wirklich diese Grenze Spürt so diese eine Gesellschaft, die quasi in der Apokalypse zudriftet.

00:49:38: Und gibt es eine gewisse Elite oder etablierte Oberschicht, die davon völlig ungerührt bleibt und einfach ihr Leben weiterfühlt?

00:49:44: So ist das völlig egal!

00:49:45: Das fand ich schon einen sehr netten Kommentar.

00:49:46: Ich habe das Gefühl dass der Firm sehr viele metaphorische Dualitäten gerade durch solche Trennungsprozesse macht.

00:49:53: Also es geht darum ja auch, dass diese Vater-Tochter Dynamik eingeführt wird, das er sich beschwert, dass sie ja seinen Klo benutzt hat weil Sie haben jetzt eine Suite und jeder hat sein Teil.

00:50:06: und er beschwert sich am Anfang Nein!

00:50:08: Das ist mein Badezimmer sozusagen.

00:50:11: Aber gleichzeitig geht es ja dann doch darum, dass quasi die Körper der beiden irgendwie miteinander auf einer höheren Ebene interagiert zu interagieren scheinen oder miteinander verbunden sind.

00:50:23: Also ja, das steckt glaube ich thematisch sehr viel drin in dem Firm.

00:50:28: Meine Frage noch dazu war die Reaktion des Publikums?

00:50:31: War die Positiv?

00:50:32: Gab's viele Gelächter?

00:50:33: weil bei ihm scheiden sicher echt die Geisterne.

00:50:36: Also ich muss dazu sagen, das Kino... Das war halt morgens früh hier in diesem kleinen Agnes-Vader.

00:50:40: Kino was so ein bisschen entdrückt auf dem Dach liegt und das ist immer sehr leer.

00:50:44: Was durchaus vorteilhaft ist weil man immer eine Karte kriegt oder weiß man kann immer rein.

00:50:48: aber

00:50:50: ich habe

00:50:50: nicht viel Gelächter gehört.

00:50:51: also ne Jakob Neva war nicht viel gelächter also definitiv nicht

00:50:55: Nichts.

00:50:55: soviel, nee Ich hatte das Gefühl dass sich mit einer der war der am häufigsten gelacht

00:50:59: hat.

00:51:01: Na gut

00:51:01: So wie bei Radujud

00:51:04: Das ist doch ein schöner Punkt um zu erzielen.

00:51:07: Aber ich finde auch bei Dupion lacht man oft nicht so laut, sondern wenn man lacht in sich hinein... Also es gibt ja auch mal Momente wo ich schmunzel muss wie bei dem Hausflur, dem Hotelflur im Darli, dem Endlos lang.

00:51:17: Ja das war ganz

00:51:18: groß.

00:51:18: Und aber da lachtman halt auch nicht so laut raus.

00:51:21: also zumindest ich nicht!

00:51:21: Das grinst man mehr so.

00:51:23: Es ist bei

00:51:23: mir auch so, ja, genau.

00:51:24: Ja gut okay, also ich musste da auch senken.

00:51:26: Ich

00:51:26: guck auch sein Acker auf.

00:51:28: Da bin ich vielleicht auch anders, aber dieser Hotelflor aus Darli der ist so sein Seinen Meisterwerk irgendwie an seiner von seinen letzteren Firmen.

00:51:36: Ja und definitiv das was sich am besten zu einem GIF oder so eignet, wahrscheinlich.

00:51:41: Definitiv!

00:51:42: Gut dann war es soweit von Tag fünf oder sechs?

00:51:45: Was war's nochmal?

00:51:46: Tag sechs.

00:51:47: Und morgen werden wir dann hoffentlich uns wieder zusammenfinden um über Paper Tiger zu reden mit dem James Gray Film und den Rest ja... Das werden wir noch sehen.

00:51:59: Der Rest ist Schweigen.

00:52:00: Genau bleibt immer spannend.

00:52:02: Dabei bleiben wir jetzt auch.

00:52:03: Ciao ciao!

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