00:00:00: Hi, liebe Moviebreaker.
00:00:01: Wir sind noch in Shanghai um über uns an nunmehr letzten Wettbewerbsfilmen mit Interview zu sprechen.
00:00:07: Nämlich Superbuhai von Josef Brandl, der mir jetzt hier gegenüber sitzt!
00:00:11: Hallo Josef!
00:00:12: Willkommen in Shanghai.
00:00:13: wir haben gerade eben schon ein bisschen drüber geplaudert.
00:00:15: aber sag dann nochmal für die Zuhörenden wie ist es denn jetzt hier zu sein?
00:00:19: Die Stadt ist sowieso großartig.
00:00:20: das Festival macht auch ziemlich Spaß.
00:00:22: Es laufen wahnsinnig tolle Filme hier.
00:00:25: auch abseits der Hautsreihen-Events gibt's im so viele Film.
00:00:29: klar Man könnte am liebsten hier zwei Wochen nur noch Filme gucken.
00:00:32: Es ist wirklich sehr schön hier.
00:00:33: Gibt wirklich ein überwältigendes Angebot, aber zum Thema Film passt ja auch dein eigener Film?
00:00:38: Denn es ist ein Film über das Filme machen!
00:00:39: Auch, ja.
00:00:40: Es gibt eine schöne Meta-Ebene drin, genau.
00:00:42: Ein Film über Das Filme macht einen Film über Filmliebe, aber auch ganz viel Musik.
00:00:47: Liebe so erstmal wie ist dir denn diese Grundstory entgegengekommen?
00:00:51: Basiert ihr auf einem Roman den ich gelesen habe und mochte wahnsinnig gerne in der eben genau diese Metaebene im Roman dass wir dort in dem Buch Geschichte eines Protagonisten lesen, dem man einfach ... es ist so der maximal unzuverlässige Verzähler.
00:01:06: Weil ja alles was niedergeschrieben ist von ihm erzählt.
00:01:10: die Hauptfigur ist aber eben Alkoholiker und du glaubst ihm einfach kein Wort Und da entsteht der ganze Witz im Buch.
00:01:15: Alles was du liest einfach denkst das ist nicht die Realität.
00:01:18: Das war für mich so der Ansporn eigentlich dann das zu verfilmen weil ich dann wollte irgendwie ... Dacht mir zuerst ja dass er sehr unverfilmbar ein Buch ist sowas leicht zu schreiben und dann halt die filmischen Mittel dafür zu finden.
00:01:27: Wie mache ich den Publikum mit jedem Bild?
00:01:30: Klar, eigentlich ist das nicht die Realität was du da siehst.
00:01:33: Und wie nah ist dein Film am eigentlichen Buch?
00:01:36: denn manchmal muss man sich ja wieder schon sagt es von der Vorlage entfernen einfach weil ein anderes Medium andere Anforderungen stellt?
00:01:42: Ja dann würde ich jeden einladen in den Film zu gucken und haben das Bruch zu lesen.
00:01:45: Nedi unterscheidet sich doch sehr am Schluss.
00:01:47: Weil es eben also direkt umzusetzen ging gar nicht und man musste einfach filmische Mittel finden um in diesen Kopf dieses Protagonisten reinzukommen und neuen Aufbau in der ganzen Geschichte.
00:01:59: Gerade
00:02:00: diese Unzuverlässigkeit bringt auch ganz viele verschiedene Genre- und Filmstile in diesen Filmen, wir haben zum Teil Komödie, Wir haben Beziehungsdrama... ...wir haben Krimi drin!
00:02:09: Wir haben fast ein bisschen Horrorelemente am Ende.
00:02:12: Also wie hast du denn all diese Spielarten vereint?
00:02:15: Und war das vielleicht so eine Filmemacherfantasie jetzt mal alles in einem Film
00:02:18: auszuprobieren?!
00:02:19: Auf jeden Fall ja also es war großes Ding dahinter dass ich einfach mich total austoben wollte halt schon mit sich gebracht, dass es so mehrere Genres vereint hat.
00:02:30: Aber wir haben ja auch in der visuellen Ebene dann sogar noch irgendwie teilweise gespielt mit Western-Elementen oder sowas.
00:02:35: Dass wir diese großen Totalen immer auf die Augen... Das hat natürlich schon bei einer Konzeption wahnsinnig Spaß gemacht und das ging natürlich auch darum eben mal auszuprobieren wie kommt das sowas überhaupt beim Publikum an?
00:02:46: Also es sind Filme, die ich persönlich sehr gern sehe wenn man sich total überraschen lässt also wenn man nicht weiß was passiert im zehn Minuten jeder Verlei sagt hat mir gesagt eigentlich, dass der Film es nicht unter die Leute zu bringen ist zu speziell.
00:03:00: Aber du
00:03:00: hast es geschafft den Hauptwettbewerb eines der größten A-List-Festivals in der Welt also das ist ja bei Ihnen schon unter die Leute?
00:03:07: Immerhin so weit unter die leute.
00:03:08: ja mal sehen wie es weitergeht
00:03:10: was eigentlich ein ganz interessanter Punkt ist denn die Publikumsreaktion.
00:03:13: zwei Fragen die ganz oft vorkommen die ich eigentlich in meiner eurozentrischen Bubble nicht so oft höre nämlich einmal Was bedeutet das und Wie geht's weiter?
00:03:21: Wurdest Du damit auch konfrontiert?
00:03:22: Also dass die Leute gefragt haben Genau,
00:03:25: dass man quasi möchte einmal von dir das Studienfilm als Filmemacher erklärst zum einen und fragt warum passiert das?
00:03:30: Und dann, dass mal eine Art Auflösung noch zusätzlich möchte die vielleicht nicht immer gegeben ist.
00:03:35: Ja, das bin ich natürlich sehr oft gefragt aber worden weil der Film bietet es auch an also da ist ja sehr surreal am Schluss und er bietet so viele Interpretationsmöglichkeiten.
00:03:43: Also ich mag das auch, dass Leute danach drüber nachdenken was ist denn jetzt eigentlich wirklich passiert?
00:03:47: oder Ich antworte dabei in der Regel eigentlich immer mit dagegen Frage Dass sich von dem Fragen gerne hören möchte, was seine Interpretation ist.
00:03:55: Aber es ist immer viel spannender.
00:03:56: Ich habe den Film ja nicht erklärt.
00:03:58: Das ist die Idee dahinter, dass die Leute selber darüber nachdenken sollen.
00:04:02: Aber
00:04:02: jetzt ohne dich nach dem spezifischen Konzept zu fragen hast du denn dieses Konzept?
00:04:07: Und das ist diese Lösung zu dieser Geschichte?
00:04:10: Für mich selber, aber das gebe ich nicht preis.
00:04:12: Es klingt noch sehr viel Spaß beim Dreh!
00:04:14: Wie behält man da einen klaren Fokus, dass das ganze Projekt nicht total ausufert?
00:04:18: Tatsächlich war's gar nicht so reiner Spaß.
00:04:21: und Ausprobieren während... das Dreh ist, weil es war... Wir hatten ein sehr beschränktes Budget.
00:04:26: Ich hatte aber eben eine klare Fokus, ich wollte auf keinen Fall auf dieser visuellen Ebene irgendwie Kompromisse machen und da hat sehr viel Geld dahin eh schon reingeflossen.
00:04:35: deswegen hatten wir am Schluss nur zwanzig Drehtage also wie ein längerer Kurzfilm ist, aber das in hundert Minuten ist auf jeden Fall ne Aufgabe und deswegen war es total wichtig, total vorbereitet zu sein.
00:04:45: Also ich hab im Vorfeld bei der Drehbuchkonzeption viel ausprobiert Aber dann war's sehr klar, dann war alles... gemacht, wusste im Kopf schon wie ich den Film schneide und dann gab es gar nichts mehr.
00:04:55: Dann ist das wirklich abgearbeitet
00:04:57: worden.".
00:04:57: Wie eng war die Zusammenarbeit mit dem Buchautor
00:05:07: an?
00:05:14: und er ist mit nach Shanghai gekommen, hat jetzt hier zum ersten Mal den Film gesehen.
00:05:25: Und wie hat er ihm gefallen?
00:05:26: Ja, er war sehr begeistert und das hat mich natürlich sehr gefreut.
00:05:29: Was ist mit den Scorpions?
00:05:31: Die Scorpions... Also im Buch kommen die sehr viel mehr vor.
00:05:35: Es geht wirklich darum dass diese Hauptfigur einfach ein großer Fan von Klaus Meine ist weil es geht auch um diesen Drehort Langenhagen wo die Sache spielt.
00:05:45: Eigentlich nichts vorzuweisen hat dieser Ort aber alle sind so stolz drauf dass Klaus Meine hier wohnt und das ist alles was sie haben.
00:05:51: Und Wohnklaus
00:05:52: ist mal im Ernst Wohnklaus Meine wirklich in Langenhaagen?
00:05:54: Wohnt in Langehagen ja!
00:05:55: der Anker, an dem man sich die Figur festhält.
00:05:59: Irgendwas hat womit er sich identifizieren kann wenn er sonst nichts hat in seinem Leben irgendwie und ich glaube das war für den Roman so ein wichtiger Punkt.
00:06:07: wir haben natürlich zu viel übernehmen übernommen was wir konnten weil es ist natürlich auch nicht einfach.
00:06:12: also wäre natürlich auch interessant gewesen mal einen ganzen Soundtrack dann von den Scorpions zu haben oder... Man
00:06:16: verhattet immer so ein bisschen drauf dass zumindest Wind of Change denn irgendwann
00:06:19: so haben wir sogar noch
00:06:21: gesungen natürlich von den Skorpions für das Publikum
00:06:24: ja das ist dann eben auf eine große Budgetsache, weil das alle an zwanzig Sekunden bin auf Change hat uns schon sehr lange Diskussion ob wir das uns wirklich leisten können.
00:06:33: Das wäre jetzt auch so ein bisschen.
00:06:34: die nächste Frage rein nämlich wie eng war die Kooperation mit der Band?
00:06:38: Mit Klaus-Meine selbst und wie einfach war es da vielleicht für den Film Material zu bekommen?
00:06:43: Oder wie schwer?
00:06:44: Das ist total losgelöst.
00:06:46: Wir haben mit Klaus-Meine gesprochen, ob er Lust hätte aufzudrehen und der hat ja diesen kleinen Kameo oder so fortjahr gesagt.
00:06:51: Total Bock!
00:06:52: Und das ist ein super netter Typ.
00:06:53: Aber der hat da keinen Einfluss auf die rechtlichen Geschichten der Songs.
00:06:57: Das sind bei irgendwelchen Plattenlabels, die einfach den Standards schreiben, schicken... Da kann man ihn auch nicht fragen, kannst du mal ein gutes Wort für einlegen?
00:07:05: Gar keine Chance.
00:07:05: Das
00:07:05: ist natürlich dann eben Schade.
00:07:06: Es aber auch interessant zu wissen, dass denn diese großen Companies dahinter sitzen eigenes Werk haben.
00:07:14: Wie hast du denn den wirklich sehr passenden Cast
00:07:17: gefunden?
00:07:17: Ja, das war tatsächlich... jeder Figur ein absolutes Type-Casting.
00:07:21: Ich hab viele der Schauspieler kannte ich auch schon von meinen Kurzfilmen, dann war es einfach die Rollen direkt auf sie zuzuschreiben.
00:07:28: Die weiteren Rollen haben wir sehr offenes Casting gemacht und haben tatsächlich die Leute ausgewählt, die einfach da saßen und wir sagten, das ist die
00:07:35: Person.".
00:07:36: Es
00:07:36: klang jetzt so, ihr habt in Langenhagen gedreht.
00:07:38: oder ist das was wie als Langenhagen im Film sehen nicht das echte Langenhang?
00:07:43: Normalerweise ist es ja nie so.
00:07:44: also man geht es schon dass man dort wirklich dreht wo es spielt... aber eben von Nordlichtern, das mussten wir.
00:07:51: Also gezwungenermaßen durften wir oder mussten die Niedersachsen drehen und dann ist natürlich das naheliegendste wirklich in Hannover zu drehen weil da die größte Menge an Filmen schaffenden sind wie man halt als Team zusammenstellen kann haben gesagt okay lasst doch gleich nicht also langen Hagen ist es nicht direkt geworden.
00:08:07: wir sind aber sehr nahe dran.
00:08:08: im Norden von Hannover haben wir dann das Hauptmotiv gefunden und da haben wir gedreht.
00:08:12: was war für dich die größtere Herausforderung bei diesem Projekt?
00:08:15: Die
00:08:15: größte Herausforderung... viele Herausforderungen.
00:08:19: Zusammenfassend war es wirklich in diesen doch komplexen und langen Filmen so viel kleinen unterschiedlichen Komplexes sehen, wo jede für sich wirklich sehr viel Vorbereitung braucht um das alles in diese zwanzig Drehtage unterzubringen.
00:08:30: Das war auch nicht schaffbar tatsächlich.
00:08:33: also wir haben dann doch irgendwie viele Sachen einfach nicht geschafft und obwohl wir so gut vorbereitet waren und eigentlich sehr klar wussten wie wir schneiden und was wir machen wollen musste man trotzdem im Schneideraum nochmal eigentlich alles neu konzipieren weil man einfach bestimmte Dinge da nicht drehen konnte die man sich gerne vorgenommen hätte.
00:08:48: Und das hat dann dafür auch wieder wahnsinnig Spaß gemacht, weil dann konnte man wieder neu improvisieren und so was.
00:08:53: Das war doch schön auch!
00:08:54: Wie hast du diese Settings gefunden?
00:08:56: Dieses Kneipen-Milieu und dieses ein bisschen so raucher Trinker gegen, die auch so ein bisschen abgerannt aussieht?
00:09:02: sind das Studio Bauten?
00:09:03: Sind es richtige Orte?
00:09:04: Das sind tatsächlich Studio Bouten, dass ist alles artificiell erstellt aber es waren sehr wichtig, dass es eben einen Artificial Look hat um eben diesen... Dass es eben auch klar ist, dass wir nicht in der Realität uns befinden sondern Das ist alles so ne wehde Welt im Kopf dieses Protagonisten.
00:09:20: Was so ein bisschen auffällt, dass es hier auf dem ganzen Festival und generell auch vielleicht sogar in der Festivalszene nicht viele Komödie in Wettbewerben gibt?
00:09:27: Warst du überrascht das die Einladung hierher kamen?
00:09:29: Absolut ja!
00:09:30: Also ich hab meinen Film tatsächlich viel mehr bei Genre-Filmfestivals gesehen.
00:09:33: Wenn dann doch ein A-Festival zusagen kann... Es hat mich wirklich niemals mitgerechnet.
00:09:38: Und
00:09:38: hast Du jetzt schon dadurch neue Ambition oder neues Projekt an dem du arbeiten möchtest?
00:09:43: Es
00:09:43: gibt ein paar neue Projekte.
00:09:45: Das ist ja noch lange nicht der Kinostart von Superbohai.
00:09:50: Habt
00:09:50: ihr denn schon einen Kinostat in Deutschland, als vor Augen?
00:09:52: Den du verkünden möchtest oder darfst!
00:09:55: Der Kinostar wird Mitte November sein.
00:09:58: So viel kann ich auf jeden Fall schon mal sagen.
00:09:59: Es ist glaube ich noch nicht ganz klar.
00:10:01: Wir haben eine Premiere am Elften und Elften im Hannover.
00:10:03: Und bis dahin gucken wir jetzt erst einmal, dass wir ein paar Festivals mitnehmen können.
00:10:07: Was
00:10:08: wünschen dir das die Leute so von diesem Film mitnehmen, der auch zum Teil sehr weird und chaotisch
00:10:13: ist?!
00:10:14: für sich selber entscheiden.
00:10:15: Ich glaube, man kann sich alles möglich aus diesem Film mitnehmen!
00:10:19: Aber wie ja vorhin auch schon gesagt ich möchte das niemandem vorschreiben und dass sollen die Leute selber...
00:10:23: Wenn du dir jetzt selber so dich in deiner Filmemacher Zukunft siehst eher im kommediantischen Milieu oder möchtest du auch mal was so ein richtig schweres gewichtiges Thema dir annehmen?
00:10:33: Oder siehst du das beides vereint?
00:10:34: Ich
00:10:35: sehe es absolut nicht als Gegensatz.
00:10:36: Ich mag.
00:10:36: genau das also, dass man mit unterhaltsamen Elementen spielt um schwere Themen leichter zugänglich zu machen finde Und dann eben auch nicht nur das ist ja doch so, dass das naheliegendste immer eine Komödie in einem schweren Thema aber eben Genres komplett durchzumächsen.
00:10:52: Das ist das was mich immer halt wenn ich selber im Film sehe und überrascht werde was jetzt da für ein Genre jetzt doch noch damit drin ist, das mag ich halt selber am liebsten.
00:10:59: Es wird auf jeden Fall so bleiben!
00:11:01: Und so einen Touch haben wir ja bisschen auch an super Buhai nämlich diese Themen von Alkoholismus, von Beziehungskrisen.
00:11:07: siehst du das auch?
00:11:07: Diese Möglichkeit durch das Leichte, das Schwere zu vermitteln?
00:11:11: Absolut
00:11:11: unbedingt!
00:11:12: Was
00:11:12: heißt jetzt eigentlich?
00:11:14: Das ist genau die Frage, die ich damals als allererstes den Outdoor gefragt habe.
00:11:18: Also es gibt ja schon das Wort Buhai im Sinne von viel Lärm um nichts.
00:11:22: Superbuhai ist halt nochmal die Steigerung davon.
00:11:24: Superviel
00:11:24: Lärmo gar nicht!
00:11:25: So kann man das jetzt auch den ganzen Film umschreiben wenn man möchte.
00:11:28: Sven hat mir damals gesagt ganz klar er hat einfach einen guten Namen für ein Supermarkt gesucht und das hatte ihm irgendwie getauft.
00:11:33: Das war seine Antwort.
00:11:34: Kann ich jetzt mal was weitergeben?
00:11:42: in die Kinos kommt.
00:11:43: In Shanghai ist ja für die meisten nicht so zugänglich oder bestimmt auch noch auf dem Festival irgendwo, in Deutschland.
00:11:48: Vielen Dank fürs Interview Josef Brandet!
00:11:50: Ja vielen dank dir.